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Dr. Markus Jostock im Interview zu Industrie 4.0

April 12, 2017

 

 

Herr Dr. Jostock, erst einmal vielen Dank für das Interview. Wie begleitet Arend Unternehmen bei der Digitalisierung?

 

„Arend Prozessautomation begleitet mittelständische Unternehmen bei der Umsetzung von Industrie 4.0 durch technologische Breitenkompetenz in der Beratung und mit effektiver Projektabwicklung bei der Realisierung von Digitalisierungsprojekten.

 

Unsere Experten informieren sich auf Kongressen, Symposien  und Industriemessen über alle relevanten Technologien im Umfeld von Industrie 4.0 und tragen selbst zu den Veranstaltungen bei. Die Themen umfassen Produktions-IT, kollaborative Roboter, Vision-Systeme, autonome Transportfahrzeuge und generelle technologische Entwicklungen. 

 

Für interessierte Unternehmen bieten wir Workshops an, in denen gemeinsam mit der Unternehmensleitung der Digitalisierungsgrad bestimmt wird. Nach der Aufnahme des Ist-Zustandes wird gemeinsam mit dem Unternehmer eine Soll-Position bestimmt, d.h. der erstrebenswerte Idealzustand. Anschließend werden die einzelnen Maßnahmen mit den verantwortlichen Personen abgestimmt. Basierend auf der aktuellen Ausgangssituation, in den für das Unternehmen relevanten Zielbereichen (wie z.B. Qualität, Durchlaufzeiten, Termintreue, Kosten, etc.) werden mehreren Phasen bis zum Endziel definiert und anschließend umgesetzt.

 

Zur Umsetzung übernimmt Arend die Projektleitung - ganz nach dem Firmenmotto „Alles aus einer Hand“. Für angrenzende Technologiebereiche haben wir entsprechende Partner, die wir mit an Bord nehmen und in die Abwicklung einbinden, um dem Kunden eine ganzheitliche Lösung anzubieten.“

 

 

Warum und wobei braucht ein Unternehmen denn Begleitung?

 

„Unternehmen kennen sich sehr gut in ihren jeweiligen Branchen aus. Sie verfolgen das Thema Industrie 4.0 in den Medien, sind aber auch unsicher, welche der Heilsversprechen der Industrie 4.0 für sie infrage kommen und ob sich eine Investition lohnt. Hier dient ein erster Beratungseinsatz oft dazu Klarheit zu schaffen. Da bei einer Realisierung eines Industrie 4.0 Projekts oft mehrere Unternehmensbereiche betroffen sind, übernehmen wir insbesondere das Management der Schnittstellen. Dem Unternehmer ist es wichtig, dass er eine Lösung erhält und zügig die Effekte spürbar werden. Wir begleiten Unternehmen bei der Umsetzung, bis die Lösung nachweisbare Effekte erzielt.“

 

 

 

Wieviel Unterstützung benötigen in diesem Fall KMU bei der Digitalisierung?

 

„Arend Prozessautomation steht primär im Kontakt mit Unternehmen aus dem B2B Bereich, die höhere Stückzahlen produzieren. Hier sind die Digitalisierungsprojekte oft im Bereich Effizienz, Kosten und Qualität zu finden, seltener bei der Frage, wie z.B. ein Kunde sein Produkt am Rechner virtuell vorkonfigurieren kann (Stichwort Customizing).

 

Der Unterstützungsbedarf kann sehr unterschiedlich sein. Bei Unternehmen, die sich schon aktiv mit konkreten Ideen beschäftigen, wird oft nur Umsetzungsunterstützung benötigt, da dies neben deren Tagesgeschäft schwer zu leisten ist. 

Andere Unternehmen sehen Handlungsfelder, wie z.B. Preisdruck, Qualitätsprobleme oder steigende Kundenanforderungen und wir beraten Sie dahingehend, welche Mittel in der Digitalisierung hier den größten Kosten-Nutzen-Effekt versprechen. Hierbei können wir mit Aufklärung über die Marktreife bestimmter Technologien und die Empfehlung von Systemen und Anbietern helfen.“

 

 

Welche Fragen bewegen Unternehmen bei der Umsetzung von Industrie 4.0 besonders?

 

 

„Eine zentrale Frage stellt sich den meisten Unternehmen: die Frage nach der Abwägung von Kosten und Nutzen, also dem ROI - return on investment. Dies versuchen wir in unseren Beratungsansätzen zu beziffern. In vielen Fällen ist dies auch gut möglich, da z.B. die Personenstunden, die mit der Verwaltung von Papier verbracht werden, gut bestimmt werden können.

 

Wichtig ist vielen Unternehmen zudem, eine erste Abschätzung für das Budget eines intendierten Projektes zu erhalten.“

 

Fehlt Unternehmen noch das Bewusstsein für die Notwendigkeit zur Umstellung auf I4.0?

 

„Einige Unternehmen sind noch sehr in ihren eigenen Produkten verhaftet und denken nur in den Kategorien der eigenen Branche. Es hängt in der Regel unmittelbar von der IT-Affinität des Managements ab, ob ein Verständnis für die Möglichkeiten und Entwicklungen der Digitalisierung besteht. Sofern dieses vorhanden ist, werden auch innovative Ideen für das eigene Geschäftsmodell entwickelt. Manchmal aber muss erst auf die Möglichkeiten der Digitalisierung und moderner Technologien hingewiesen werden“

 

Wo sind die Herausforderungen und Chancen von Industrie 4.0 aus Ihrer Sicht?

 

„Die Herausforderungen von Industrie 4.0 liegen einerseits im Verständnis für die Möglichkeiten, die sich öffnen, und andererseits in den notwendigen Budgets, um erste Projekte umzusetzen. Wenn die Geschäftsmöglichkeiten nicht erkannt werden, dann ist auch selten ein ausreichend großes Budget für eine Umsetzung vorhanden.

 

Die Chancen liegen darin, Arbeitsplätze in der Produktion in Deutschland zu halten. Durch die demographische Veränderung sind wir gezwungen, uns auf immer knapper werdendes Fachpersonal einzustellen. Hier kann nur fortschrittliche Automatisierung und Digitalisierung helfen. Im Bereich der Arbeiten, für die nur eine geringe Qualifikation notwendig ist, kann Deutschland aus Kostengründen nicht mit anderen Ländern konkurrieren und wird aus Kostendruck automatisieren müssen.“

 

Reicht es aus, mithilfe der Digitalisierung Prozesse zu optimieren, oder bedarf es eines angepassten bzw. neuen Geschäftsmodells, um unter Industrie 4.0 wettbewerbsfähig zu bleiben?

 

„Insbesondere im B2B-Bereich herrschen hohe Qualitätsanforderungen und es werden sehr hohe Stückzahlen eines Produkts geliefert, z.B. im Automobilsektor. Hier geht es in der Digitalisierung nicht um kundenspezifische Konfigurationen sondern um die Erhöhung von Effizienz und Qualität durch horizontale und / oder vertikale Integration. Dies geschieht innerhalb des bestehenden Geschäftsmodells oder es entstehen darin neue Aspekte - z.B. durch digitale Zusatznutzen zu bestehenden Produkten.

 

Zentrale Frage eines jeden Unternehmers sollte sein: „Welchen Nutzen oder Mehrwert kann ich meinem Kunden durch Digitalisierung im eigenen Unternehmen anbieten?“

 

 

In welchen Bereichen sieht Arend besonderes Potential für die Weiterentwicklung von Industrie 4.0 im Unternehmen?

 

„Insbesondere Maschinen- und Anlagenbauer können durch die zunehmend verfügbar werdende Infrastruktur - wie z.B. das Narrowband IoT Netz der Telekom ihren Kunden neue Dienstleistungen, speziell im Bereich Wartung, anbieten. 

 

Dabei ist das Thema CyberSecurity eines der wichtigsten und gleichzeitig am weitesten verdrängten Themen. Sicherheit wird in der Regel an die IT-Abteilung delegiert und durch eine Perimetersicherung hergestellt. Unternehmen, die hier auf Lösungen mit integrierten - nicht von aussen nachträglich angebrachten - Sicherheitskonzepten setzen, werden zukünftig große Marktchancen haben.

 

Aufgrund der zunehmenden Entwicklung von Anlagenbesitz hin zu Anlagennutzung und den damit verbundenen Dienstleistungsmodellen wird das Thema Service-Abrechnung und Zahlung eine immer größere Rolle bekommen. Hier werden besonders neue FinTechs industrielle Dienstleistungen beeinflussen.

 

Weiterhin wird auch die Virtualisierung eine große Rolle spielen. Durch die Simulation von Maschinen und Anlagen schon in der Planung aber auch später im Betrieb, können vielfältige Geschäftsmodelle von der Anlagenoptimierung bis hin zum Anlagenführertraining realisiert werden.“

 

 

In welche Richtung möchte sich Arend selbst künftig entwickeln?

 

„Arend Prozessautomation wird den Aufbau ihrer eigenen IoT Dienstleistung und Produktlinie weiter intensivieren und ausbauen. Basierend auf 30 Jahren Automatisierungskompetenz öffnet Arend Maschinen- und Geräteherstellern die Möglichkeit, eigene Dienstleistungen im Bereich Wartung und Nutzungsoptimierung anzubieten.

 

Dabei legen wir mit unseren aktuell laufenden Forschungsprojekten und einem intensiven Personal- und Kompetenzaufbau den Schwerpunkt auf das Thema Cyber-Security und setzen uns hier bspw. mit dem Thema BlockChain auseinander.

 

Zur effizienteren Abwicklung unserer klassischen Automatisierungsprojekte bauen wir auf Virtualisierung und Simulation. Durch ein internes Projekt zur horizontalen Integration und der Entwicklung einer modularen Maschinensimulation sind wir in der Lage, Automatisierungsanwendungen in kürzerer Zeit und mit wesentlich höherer Testabdeckung zu entwickeln. Durch die vorhandene Simulation einer Maschine oder Anlage können wir so unseren Kunden neben o.g. Effizienzsteigerungen auch Dienstleistungen im Bereich Bedienertraining und Anlagenoptimierung anbieten.

 

Arend intensiviert seine Beratungs- und Umsetzungsaktivitäten auch gemeinsam mit mittelständischen Beratungsagenturen, um KMU kompetente Lösungen von der Analyse bis zur Umsetzung und dem Einfahren der Effekte anzubieten.“

 

Wir danken Dr. Markus Jostock für das interessante Interview!

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